10.9.2016

Jungfrau Marathon 2016

Distanz 42,195 km

Die perfekten Bedingungen sowie die professionelle Organisation machten Lauf zu einem unvergesslich schönen Erlebnis. Phantastisch die Kulisse der Bergriesen Eiger, Mönch und Jungfrau. Nicht umsonst spricht man von der Königin der Bergmarathons. Grossartig sind die wechselnden Szenarien zwischen Start und Ziel. Die 1829 Höhenmeter zwischen Interlaken und der Kleinen Scheidegg waren einmal mehr tolle Herausforderung.

Nach dem Ultralauf vor einem Monat dem Irontrail T91 in Davos fühlten sich die ersten Trainings an, als würde man schweben. Es ging sehr ring, respektive es brauchte wenig Biss und Anstregung für die 20KM um die Horwerinsel. Ein Höhentraining in Engelberg (17KM) und Luzern (29KM) mussten reichen für den Jungfrau Marathon, denn ich forcierte keine PB (persönliche Bestzeit).

Um 05:45 Uhr war Tagwache und und 30 Minuten später verlies ich Luzern richtig Brünig nach Interlaken. Dort angekommen beim Bahnhof Ost fand ich sofort einen Parkplatz und traf zufällig auf meine Luzerner Lauffreunde Andrea und Birdy. Die Startnummerausgabe vor dem Nobelhotel Viktoria Jungfrauim „Das Zelt“ verlief reibungslos und um 08.30 Uhr konnte ich mein Gepäckstück gerade noch rechtzeitig zum Transport ins Zielgelände auf die kleine Scheidegg aufgeben.

Um Punkt 09:00 Uhr drückte Nicola Spririg den Startschuss ab und los gehts. Es verspricht ein heisser Samstag und ich vergass nicht meine Haut mit Sonnencrème zu schützen.

Es ist mein 3. Jungfrau-Marathon und taktisch wusste ich ein bisschen wie man es angehen muss. Die ersten 26KM sind eher flach und man kann gut aufs Gas drücken. Ist sogar empfehlenswert, denn im Aufsieg Zeit und Plätze gut zu machen ist dann einiges Kräfte zehrender. Ab KM26 geht's steil hoch Richtung Wengen und mit einem schnellen Schritt kann man dann den Puls gut wieder senken und bleibt im Läuferfeld. Da sind dann die Oberschenkelmuskeln gefragt.

Es ist schwül und feucht und der Schweiss perlt schon nach KM5 von der Haut. Mir ist klar, viel trinken wird wichtig um im Ziel anzukommen. Die Getränkeposten kommen schön regelmässig und top organisiert. An dieser Stelle ein herzlichen Dankeschön an alle Helferinnen und Helfer. Es fehlt an nichts.

Hoch nach Wengen bemerke ich, dass mir die Karft mit den nur zwei Höhentrainings doch ein bisschen fehlt. Es ist zäh und sobald die Strecke sich ein bisschen ebnet geht es besser und rennen wird Pflicht, sonst verliert man viel Zeit und wird konstant überholt. Dies nagt dann stark an der Motivation und dem Wille dran zu bleiben.

Ansonsten verlief das Rennen reibungslos, bis auf ein kleines Steinchen im linken Schuh, welches mich gut zwei Stunden lang plagte und erinnerte, dass es eventuell schlau wäre anzuhalten und den Schuh zu kehren.

Nach 4 Stunden und 48 Minuten konnte ich zum dritten Mal auf der kleinen Scheidegg die Ziellinie passieren und es war nicht weniger emotional als das 1. Mal.

Die Fahrt runter mit der Bahn war wiederum lang, aber diesmal hatte ich einen Sitzplatz, was einem bei  der Schräglage über die 45 Minuten sehr angenehm entgegenkommt.

Auf der Rückfahrt nach Luzern kam ich dann in den Stau. Um 18:45 Uhr war ich wieder in Luzern und es erreichte noch für das Quartierznacht :-)